Edition

Unsere Devise

Prunkvolle Werke, wie nur Bettler sie erträumen und so billig, dass Bettler sie bezahlen können.

Wir machen uns das brechtsche Prinzip der Dreigroschenoper zu eigen.

„Sie werden jetzt eine Oper hören. Weil diese Oper so prunkvoll gedacht war, wie nur Bettler sie erträumen, und weil sie so billig sein sollte, dass Bettler sie bezahlen können, heißt sie Die Dreigroschenoper“

Ungehört

Das Projekt „Ungehört“ produziert Werke von Bettlern, Obdachlosen und Unagepassten, mit deren Vertrieb die Autorinnen und Autoren ihre Selbständigkeit fördern. Wir geben keine Almosen sondern nehmen die Menschen als Partner und als für ihr eigenes Schicksal Tätige ernst.

Freie Inhalte

Texte die frei von den Einschränkungen des Copyright oder Urheberrechts sind, erschließen wir und stellen die von uns erarbeiteten Fassungen unsere Freundinnen und Freunden zur Verfügung.

Prunkvoll und billig

Übersetzungen und neue Texte machen wir so kostengünstig wie möglich zugänglich. Wo immer möglich verteilen wir Freiexemplare an Bedürftige. Gewinne aus unseren Publikationen ermöglichen die kostenlosen Inhalte des Bettlerverlags, seine sozialen Aktionen und seine Kampagnen.

Ein Club ohne Club

Unsere Freundinnen und Freunde erhalten Vorschläge für neue Projekte und können solche selbst einbringen. Wir stellen diese Ideen allen vor und entscheiden gemeinsam über neue Projekte und Schwerpunkte.

Subskription

Wir nutzen die Finanzierung per Subscription zur Prüfung der Relevanz von Veröffentlichungen. Sub­skri­benten erhalten besondere Aufmerksamkeit und Vorteile wie persönlichen Widmungen und für sie gestaltete Exemplare einer Auflage. Wir verbinden Subskriptionen mit der Unterstützung sozialer Projekte und bedürftiger Autoren.

Rechtschreibung und Korrekturen

Die Rechtschreibung aller Texte folgt soweit möglich dem Original. Modernisierungen wie die berühmt-berüchtigte Umdeutung der Biographie des Vaters von Pippi Langstrumpf unterbleiben konsequent, weil sie den Zugang zum état d’esprit des ursprünglichten Texts versperren. Allenfalls wird auf die Wandlung der Bedeutung von Ausdrucksweisen hingewiesen. [1]

Veröffentlichungen im Auftrag

Der Bettlerverlag stellt seine technische und editorische Kompetenz als Dienstleister zur Verfügung. Der Verlag akzeptiert nur Aufträge, die mit seinen Prinzipien und Qualitätsansprüchen übereinstimmen. Wenn ISBN des Bettlerverlags verwendet werden, müssen die Veröffentlichungen eine Nähe zum Programm des Bettlerverlags haben.

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[1Wir folgen der Kritik von Jakob Grimm an der deutschen Rechtschreibung nicht wörtlich aber ihrem Geist nach.

Jakob Grimm 1847 in seinem Vortrag "Ueber das Pedantische in der deutschen Sprache" :

Mich schmerzt es tief, gefunden zu haben, dass kein Volk unter allen, die mir bekannt sind, heute seine Sprache so barbarisch schreibt wie das deutsche, (...). Was in jeder guten Schrift stattfindet, die Annahme einfacher Zeichen für beliebte Konsonantenverbindungen wie bei uns ch und sch sind, ist gänzlich vermieden und dadurch der Anschein schleppender Breite hervorgebracht.
...
Der Franzose schreibt nous, vous, der Italiener noi voi, der Däne vi i, der Pole my wy, (nur) der Deutsche hat den pedantischen Unterschied gemacht wir und ihr. Nicht anders setzt er grün und kühn, schnüren aber führen, Heer, Meer, Beere aber wehre und nähre, schwöre, Haar aber wahr, Jahr, welchen Wörtern überall gleicher Laut zusteht. Von schaffen bilden wir die dritte Person schafft, in dem Substantiv Geschäft lassen wir den einfachen Laut.
...
Striche möchten sie, so viel möglich ist, in der Mitte von Zusammensetzungen, Haken überall anbringen, wo ihnen Vokale ausgefallen scheinen. Sie lieben es zu schreiben himmel-blau, engel-rein, fehl-schlagen und Buch’s, Kind’s, lies’t, iß’t, leb’te, geleb’t.
...
Den gleich verwerflichen Missbrauch großer Buchstaben für das Substantivum, der unsrer pedantischen Unart Gipfel heißen kann, habe ich und die mir darin beipflichten, abgeschüttelt, (...). Mit wie zaghafter Bedächtigkeit wird aber ausgewichen, nach wie unmächtigen Gründen gehascht gegen eine Neuerung, die nichts ist als wiederhergestellte naturgemäße Schreibweise, der unsre Voreltern bis ins fünfzehnte Jahrhundert, unsere Nachbarn bis auf heute treu blieben.